Szene-Begriffe im Headshop kompakt erklärt
Auf einer einzigen Bong-Verpackung stehen oft Borosilikat, NS 18,8 und Percolator nebeneinander; unter dem Sieb eines vierteiligen Grinders sammelt sich Kief, am Rig ist vom Dab die Rede. Wer diese Wörter sauber trennt, erkennt schnell, welches Teil wozu gehört und was einfach ein gewachsener Szenename ist. BongoBong ist seit 1998 deutscher Online-Headshop – entsprechend lang ist die Liste der Begriffe, die im Regal ganz selbstverständlich nebeneinanderleben.
Headshop, Growshop und Coffeeshop
Headshop. Ein Headshop führt Zubehör für Konsum und Aufbereitung: Bongs, Pfeifen, Vaporizer, Grinder, Papers, Siebe, Reiniger und passende Ersatzteile. Der Begriff entstand in der US-Gegenkultur der 1960er-Jahre; „head“ stand im damaligen Szenegebrauch für einen Konsumenten beziehungsweise Anhänger einer bestimmten Subkultur. Heute bezeichnet Headshop schlicht diese spezialisierte Produktwelt, egal ob Ladengeschäft oder Online-Shop.
Growshop. Ein Growshop konzentriert sich auf die Pflanzenaufzucht und führt dafür Beleuchtung, Belüftung, Substrate, Dünger, Töpfe sowie Mess- und Regeltechnik. Überschneidungen mit einem Headshop kommen vor, die funktionale Grenze bleibt aber klar: Im Growshop geht es um die Pflanze, im Headshop um Zubehör für Verarbeitung und Session.
Coffeeshop. Im niederländischen Kontext ist ein Coffeeshop ein Betrieb, in dem der Verkauf kleiner Cannabismengen unter festgelegten Bedingungen geduldet wird. Er ist weder ein Headshop noch einfach ein Café mit besonders ehrgeiziger Getränkekarte. Zubehör kann dort eine Nebenrolle spielen, der eigentliche Zweck ist ein anderer.
Die ausführliche Abgrenzung liefert „Was unterscheidet Headshop, Growshop und Coffeeshop?“.
Den Einfluss von Amsterdams Konsumkultur auf Formen, Marken und Zubehör zeichnet „Wie die Amsterdamer Coffeeshop-Kultur das Headshop-Sortiment prägt“ nach.
Bong, Bang und Blubber
Bong. Eine Bong ist eine meist schlauchlose Wasserpfeife, bei der der Rauch vom Kopf durch ein Tauchrohr unter die Wasseroberfläche gelangt und anschließend in die Hauptkammer zieht. Der Kontakt mit Wasser und Glas kühlt den Rauch; Öffnungen oder Diffusoren verteilen ihn dabei in Blasen. Das Wort geht auf das thailändische *bong* beziehungsweise *baung* für ein zylindrisches Rohr zurück, traditionell oft aus Bambus.
Bang. Im Headshop-Kontext bezeichnet Bang normalerweise keine eigene Bauart, sondern eine seltenere Schreib- und Lautvariante von Bong. Sie findet sich besonders in französischsprachigen und älteren internationalen Katalogen. Mit *Bhang*, einer traditionellen indischen Cannabiszubereitung, hat eine als Bang angebotene Wasserpfeife nichts zu tun.
Blubber. Blubber ist eine deutsche Szenebezeichnung für eine Bong beziehungsweise Wasserpfeife. Der Name folgt ziemlich direkt dem Geräusch der aufsteigenden Blasen und sagt weder etwas Verlässliches über Größe noch über Material oder Ausstattung aus.
Den Weg von frühen Wasserpfeifen aus Bambus, Ton und Metall bis zu heutigen Glasbongs beschreibt „Wie sich die Wasserpfeife zur heutigen Bong entwickelte“.
Wie Amsterdam zum internationalen Schaufenster für Bongglas wurde, ordnet „Warum Amsterdam bis heute für Bong-Glas steht“ ein.
Chillum und Percolator
Chillum. Das ursprüngliche Chillum ist eine gerade, konische Handpfeife aus Südasien, traditionell aus Ton oder weichem Stein und ohne Wasserbehälter. Im Bong-Sortiment bezeichnet Chillum dagegen meist das Tauchrohr, das den Rauch vom Kopf ins Wasser führt; bei einfachen Ausführungen bilden Kopf und Rohr ein einziges Teil. Beim Ersatzkauf zählen deshalb neben dem Schliff auch Länge und Bauform.
Percolator. Ein Percolator, kurz Perc und auf Deutsch auch Perkolator, ist ein fest eingebauter Diffusor innerhalb einer Bong oder eines Dab-Rigs. Löcher, Schlitze oder Waben teilen den Gasstrom in kleinere Blasen und vergrößern damit die Kontaktfläche zu Wasser und Glas. Mehr Perc-Stufen bedeuten meist mehr Kühlung, aber auch zusätzlichen Zugwiderstand und ein verwinkelteres Putzprogramm. Ein geschlitztes Chillum arbeitet nach einem ähnlichen Diffusionsprinzip, wird im Shop jedoch nicht immer als eigener Percolator geführt.
Die sprachlichen und kulturellen Wurzeln dieser Bezeichnungen vertieft „Woher die Begriffe Bong, Chillum und Bang stammen“.
Flutschkopf und Schmand
Flutschkopf. Ein Flutschkopf ist ein konisch geformter Bongkopf mit verengtem Durchlass, der ohne eingelegtes Sieb verwendet wird. Am Ende des Hits wird der abgebrannte Inhalt durch die Öffnung ins Bongwasser gezogen – er flutscht durch, daher der Name. Wie sauber das funktioniert, hängt stark von Mahlgrad, Stopfung und Kopfgeometrie ab.
Schmand. Schmand nennt die Szene den klebrigen braunen bis schwarzen Belag, der sich in Bong, Chillum und Kopf absetzt. Er entsteht aus abgekühlten Rauchkondensaten, feinen Partikeln, Asche und mitgerissenen Pflanzenresten; an kühlen Glaswänden wird daraus mit der Zeit eine ausgesprochen überzeugende Patina. Das gewöhnliche deutsche Wort für dicklichen Rahm, Schmutz oder Schlamm wurde wegen Konsistenz und Anblick ziemlich treffend zweckentfremdet.
Die Herkunft und Funktion dieses Vokabulars erklärt „Was hinter Schmand, Flutschkopf und Blubber steckt“.
Kief, Hasch und Rosin
Kief. Kief ist das lockere, pudrige Material aus abgelösten Trichomen der Cannabispflanze, vor allem aus deren harzreichen Köpfen. Es fällt beim trockenen Sieben an oder sammelt sich unter dem feinen Sieb eines mehrteiligen Grinders. Die verbreitete Bezeichnung „Pollen“ ist botanisch ungenau: Kief besteht nicht aus Blütenpollen, und je nach Siebung stecken auch Trichomstiele und feine Pflanzenpartikel darin.
Hasch. Hasch ist eine konzentrierte Harzfraktion der Cannabispflanze, die gesammelt und meist zu Platten, Stücken oder Kugeln verdichtet wird. Klassisches Dry-Sift-Hasch entsteht aus gesiebten Trichomen, daneben gibt es handgeriebene und mit Eiswasser getrennte Varianten. Hasch bezeichnet damit eine ganze Produktfamilie und nicht bloß Kief, das jemand einmal kräftig zusammengedrückt hat.
Rosin. Rosin ist ein lösungsmittelfreies Konzentrat, das mit kontrollierter Wärme und Druck aus Blüten, Kief oder Hasch gepresst wird. Dabei tritt die fließfähige Harzfraktion aus, während ein großer Teil des festen Ausgangsmaterials zurückbleibt. Rosin ist deshalb weder ein anderes Wort für Pflanzenharz noch automatisch dasselbe wie Hasch.
Die Unterschiede bei Ausgangsmaterial, Trennung und Konsistenz führt „Was Kief, Hasch und Rosin tatsächlich unterscheidet“ weiter aus.
Dab und Rig
Dab. Ein Dab ist eine kleine Portion Cannabiskonzentrat und zugleich die Bezeichnung für deren Verdampfung. Das Konzentrat kommt auf eine erhitzte Fläche aus Quarz, Keramik oder Titan – meist einen Banger oder Nail – und der entstehende Dampf wird durch ein Dab-Rig gezogen. Rosin kann also als Dab konsumiert werden, aber nicht jeder Dab besteht aus Rosin. Ein Dab-Rig ist dafür kompakter als viele klassische Bongs und trägt anstelle des Kräuterkopfs den passenden Verdampferaufsatz.
Borosilikat und Schliffgrößen
Borosilikat. Borosilikatglas besteht überwiegend aus Siliziumdioxid und Boroxid und besitzt eine deutlich geringere Wärmeausdehnung als gewöhnliches Kalk-Natron-Glas. Dadurch verträgt es schnelle Temperaturwechsel besser und zeigt eine hohe chemische Beständigkeit – gute Voraussetzungen für Glasbongs, Dab-Rigs und heiß beanspruchte Aufsätze. Bruchsicher ist es trotzdem nicht; ein harter Stoß oder Spannung an einem verkanteten Schliff beendet auch hochwertiges Boro ziemlich zuverlässig.
Schliffgrößen NS14 und NS18. NS steht für Normschliff, also eine konische, geschliffene Steckverbindung für lösbare Glasteile. Im Headshop sind NS14 und NS18 die Kurzformen für die verbreiteten Größen mit etwa 14,5 beziehungsweise 18,8 Millimetern Durchmesser am breiten Ende des Konus. Die Zahl beschreibt nicht den Durchmesser des Bongrohrs oder Mundstücks. Für die tatsächliche Kompatibilität zählen außerdem Steckrichtung, Adapterbauweise und bei Chillums die benötigte Länge.
Mikron. Ein Mikron beziehungsweise Mikrometer, geschrieben µm, ist ein Millionstel Meter. Bei Pollensieben und Pressbeuteln bezeichnet die Angabe üblicherweise die Größe der Öffnungen: 90 µm ist feiner als 160 µm. Eine kleinere Zahl ist jedoch kein automatisches Qualitätssiegel, weil Trichomgröße, Ausgangsmaterial und gewünschte Trennung mitentscheiden. Mikron und Mesh sind zudem nicht dasselbe; Mesh zählt Maschen pro Zoll und hängt zusätzlich von der Drahtstärke ab.
Die technischen Grundlagen bündelt „Borosilikat, Schliffgröße und Mikron im Materialglossar“.
Welche Werkstätten, Gründer und Produktideen hinter vertrauten Logos und Zubehörklassikern stehen, erzählt „Marken-Geschichten hinter bekanntem Headshop-Zubehör“.