Directions Haartönung – Farbwelt, Auswahl und Pflege im Überblick
Atlantic Blue kann auf sehr hellem Haar klar und satt wirken, während es auf dunklerem Haar nur als kühler Schimmer auftaucht. Bei Directions färbt immer beides mit: der gewählte Ton und die Ausgangsfarbe darunter. Wer das im Kopf behält, findet sich in der großen Farbwelt deutlich schneller zurecht.
Die klassischen Directions-Haartönungen kommen gebrauchsfertig in der 100-ml-Dose. Du kannst einen einzelnen Ton verwenden, Farben miteinander mischen oder gezielt zwischen kräftigen, pastelligen und gedeckten Nuancen wählen. Entscheidend ist nicht nur der Name auf dem Deckel, sondern wie dieser Farbton mit deinem aktuellen Haar zusammenspielt.
Direktziehende Haartönung
Directions ist eine direktziehende, semi-permanente Haartönung. Die Farbstoffe werden ohne Aufhellung auf das vorhandene Haar gebracht. Die natürliche oder bereits gefärbte Basis bleibt also Teil des Ergebnisses – ein bisschen wie farbiges Licht auf einer Bühne: Der Filter ändert den Eindruck, aber nicht die Kulisse dahinter.
Darum macht Pastel Blue braunes Haar nicht hellblau und White Toner dunkles Haar nicht weiß. Für helle Pastelltöne, klares Gelb, leuchtendes Türkis oder Neonfarben braucht es eine entsprechend helle Ausgangsfarbe. Tiefere Rot-, Violett- und Blautöne können auf dunklerem Haar eher als Reflex oder sichtbare Tönung erscheinen, ohne die Helligkeit des Haars zu verändern.
White Toner ist zum Abtönen einer sehr hellen, gelblichen Basis gedacht und kein Blondiermittel. Das ebenfalls im Sortiment geführte White Fire Compact Blondiermittelpulver ist davon klar zu trennen: Es ist ein eigenständiges Aufhellungsprodukt und kein Directions-Farbton. Für die konkrete Anwendung gelten die Herstellerangaben auf der jeweiligen Dose beziehungsweise Verpackung.
Ausgangsfarbe und Farbergebnis
Je heller und gleichmäßiger die Basis, desto deutlicher kommt der gewählte Directions-Ton heraus. Auf sehr hellem Blond zeigen sich auch feine Unterschiede zwischen Lavender, Lilac, Wisteria / Eis Lila und Antique Mauve. Auf einer dunkleren Basis können diese Abstufungen weitgehend verschwinden.
Auch der Unterton zählt. Gelbliche Längen können ein Blau in Richtung Grün ziehen. Pink und Rot wirken auf einer warmen Basis oft ebenfalls wärmer; kühle Violetttöne verändern sich je nachdem, wie viel Gelb noch im Haar steckt. Das ist normale Farbmischung, kein geheimnisvoller Kobold in der Dose.
Bereits gefärbte Haare, herausgewachsener Ansatz, Strähnen und unterschiedlich poröse Partien nehmen Pigmente nicht zwingend gleich an. Sehr beanspruchte Spitzen können einen Ton kräftiger greifen oder ungleichmäßig wieder abgeben. Ein optisch einheitlicher Ausgangston ist deshalb die bessere Grundlage für ein gleichmäßiges Ergebnis.
Am zuverlässigsten ist eine Probesträhne an einer Stelle, die später nicht sofort auffällt. Sie zeigt dir nicht nur die tatsächliche Farbe, sondern auch, wie Ansatz, Längen und Spitzen reagieren. Die Farbe der Creme in der Dose ist dafür kein sicherer Maßstab: Entscheidend ist immer das Ergebnis auf deinem Haar.
Blaue und türkise Directions-Töne
In der blauen Ecke reicht das Sortiment von Pastel Blue und Denim Blue / Eis Blau über Lagoon Blue und Atlantic Blue bis zu Midnight Blue und Neon Blue. Turquoise sitzt am Übergang zwischen Blau und Grün.
Pastel Blue verlangt nach einer sehr hellen Grundlage, wenn der pastellige Charakter sichtbar bleiben soll. Die dunkleren Blautöne bringen mehr Tiefe mit und können auf weniger hellem Haar eher noch als Blaureflex auftauchen. Bei einer gelblichen Basis lohnt sich die Probesträhne besonders, weil Blau und Gelb zusammen schnell grüner wirken als geplant.
Grüne Directions-Töne
Alpine Green, Spring Green, Fluorescent Green und Fluorescent Lime decken die grüne Farbwelt vom tieferen Grün bis zur grellen Limettenkante ab. Turquoise kann hier ebenfalls interessant sein, wenn du statt eines reinen Grüns mehr Blau im Mix haben möchtest.
Fluorescent Green und Fluorescent Lime gehören klar in die Neon- und Effektabteilung. Fluoreszierende Töne reagieren auf UV- beziehungsweise Schwarzlicht; sie leuchten nicht einfach in völliger Dunkelheit. Für den vollen Effekt brauchen solche Farben eine besonders helle Basis.
Violett, Lila und Mauve
Deep Purple, Violet und Ultra Violet bilden die kräftige violette Seite. Plum bewegt sich zwischen dunklem Violett und Rot, während Lavender, Lilac und Wisteria / Eis Lila deutlich heller angelegt sind. Antique Mauve bringt eine gedecktere Richtung in diese Familie.
Diese Gruppe eignet sich gut zum Abstufen: Ein tiefes Violett kann mit einem helleren Lila in kleinen Schritten aufgeweicht werden, statt sofort in ein sehr blasses Pastell zu springen. Gerade bei den hellen Nuancen entscheidet der Untergrund stark mit. Was auf nahezu weißblondem Haar kühl und klar erscheint, kann auf einer warmblonden Basis merklich anders ausfallen.
Pink und Rot
Bei Pink beginnt die Auswahl mit Pastel Pink und Pastel Rose und führt über Carnation Pink und Flamingo Pink zu Cerise. Danach wird die Grenze zu Rot fließend: Rose Red, Rubine, Tulip und Dark Tulip liegen in der kräftigen rosa-roten bis dunkleren, violett beeinflussten Ecke.
PillarBox Red, Poppy Red, Vermillon Red und Fire/Neon Red bedienen die klareren und feurigeren Rotrichtungen. Coral Red sitzt näher am Übergang zu warmem Rot und Orange. Auf heller Basis treten die Unterschiede deutlicher hervor; auf dunklerem Haar rücken mehrere dieser Töne optisch näher zusammen.
Rot- und Pinkpigmente können beim Verblassen einen sichtbaren Restton hinterlassen. Semi-permanent bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jedes Haar wieder exakt bei seiner vorherigen Farbe landet.
Orange und Gelb
Apricot und Peach sind die weicheren Kandidaten. Flame, Tangarine und fluorescent Orange – früher Mandarin – gehen stärker in die warme, leuchtende Richtung. Bright Daffodil und Sunflower bilden die gelbe Seite.
Gerade Gelb, Apricot und helle Orangetöne leben von einer hellen, möglichst gleichmäßigen Grundlage. Auf einer bereits gelblichen Basis kann ein warmer Ton kräftiger erscheinen, während dunklere oder fleckige Partien schneller durchscheinen. fluorescent Orange gehört wie die anderen fluoreszierenden Farben in die UV-aktive Neonwelt.
Schwarz, Grau und Spezialtöne
Ebony ist der dunkle Pol der Farbwelt. Silver und Slate decken den grauen, kühlen Bereich ab; auch hier ist eine helle und gleichmäßige Basis wichtig, wenn der Grauton sauber erkennbar bleiben soll.
White Toner dient dem Abtönen sehr heller Haare und kann außerdem zum Aufhellen der optischen Farbwirkung beim Mischen genutzt werden. Er ist jedoch nicht farblos und ersetzt keinen neutralen Verdünner. Fluorescent Glow nimmt als Effektton eine Sonderstellung ein und gehört nicht einfach zwischen Sunflower und Bright Daffodil einsortiert.
Directions-Farben mischen
Die Directions-Farben lassen sich untereinander mischen. Am leichtesten kalkulierbar bleiben Mischungen innerhalb einer Farbfamilie: ein helleres mit einem dunkleren Blau, Pink mit Rot oder Lavender mit Violet. Für ein wärmeres Ergebnis lässt sich eine kleine Menge Rot, Orange oder Gelb einarbeiten; Blau und Violett verschieben einen Mix in die kühlere Richtung.
Bei gegensätzlichen Farben wird es schneller gedeckt. Rot und Grün oder Blau und Orange können sich gegenseitig bremsen und einen rauchigen, bräunlichen oder grauen Ton erzeugen. Das kann genau richtig sein, wenn du Neon auf Zimmerlautstärke bringen willst – nur sollte es Absicht sein.
Mische zunächst eine kleine Menge, notiere das Verhältnis und teste sie an einer Strähne. „Ein Löffel hiervon und ein Klecks davon“ funktioniert beim ersten Mal, ist beim späteren Auffrischen aber schwer nachzubauen. Für längeres oder sehr dichtes Haar solltest du außerdem die komplette benötigte Menge in einem Ansatz mischen. Sonst bekommt die zweite Hälfte der Frisur womöglich ihren eigenen Director’s Cut.
White Toner kann kräftige Directions-Töne pastelliger wirken lassen. Da er selbst eine tonende Basis besitzt, bleibt auch hier die Probesträhne sinnvoll. Alternativ stehen mit Pastel Blue, Pastel Pink und Pastel Rose bereits fertig angelegte Pastellrichtungen bereit.
Haltbarkeit und Verblassen
Eine feste Haltbarkeit lässt sich bei Directions nicht seriös versprechen. Farbton, Ausgangsfarbe, Haarstruktur, frühere Behandlungen und Pflegeroutine spielen gemeinsam hinein. Kräftige, dunkle oder stark pigmentierte Farben können anders verblassen als zarte Pastelltöne; poröse Partien verhalten sich oft ebenfalls anders als gesundere Längen.
Mit jeder Haarwäsche verliert eine semi-permanente Tönung nach und nach an Intensität. Weniger häufiges Waschen, eher kühles Wasser und eine milde Pflege für coloriertes Haar helfen dabei, den Farbverlust zu bremsen. Viel Hitze und intensive Sonne können die Farbe zusätzlich beanspruchen. Auch Handtücher, Kissenbezüge und helle Oberflächen freuen sich besonders kurz nach dem Tönen über etwas Abstand zu feuchten, kräftig gefärbten Haaren.
Beim Auffrischen ist die ursprüngliche Mischung Gold wert. Wenn du dein Mischverhältnis notiert hast, musst du deinen persönlichen Pflaumen-, Petrol- oder Bonbonpink-Ton nicht jedes Mal neu aus dem Nebel beschwören.
Wie du das Haar vorbereitest, die Farbe sauber verteilst, mehrere Töne kombinierst und später auffrischst, zeigt „Directions-Haartönung: Auftragen, Kombinieren, Auffrischen“ Schritt für Schritt; für Einwirkzeit und weitere Anwendungshinweise hältst du dich an die Angaben auf der Dose.